UL-Savage - Absturz Arosa/Schweiz

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swisseagle
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UL-Savage - Absturz Arosa/Schweiz

Beitragvon swisseagle » 17.01.2020 22:37

Der Rundflug eines UL-Kleinflugzeuges vom Typ Savage bei strahlendem Winterwetter ab dem Flugplatz Bad-Ragaz endete am 29. Dezember 2019 für den erfahrenen Gletscherpiloten tödlich, für seinen Begleiter mit schweren Verletzungen. Noch sind die Ursachen für diesen folgenschweren Unfall nicht bekannt. Einige Fakten dazu geben jedoch zu denken.
So hatte der Pilot in fortgeschrittenem Alter, wie Augenzeugen schilderten, offenbar eine Notlandung hangaufwärts in der Nähe der belebten Skipisten im verschneiten Gelände versucht. Hierfür müssen wohl triftige Gründe vorgelegen haben: Motorstörung, andere technische Probleme oder vielleicht plötzlich auftretende gesundheitliche Ursachen. Die Unfalluntersuchung wird, auch Dank des überlebenden Insassen des Flugzeuges, wohl bald näheren Aufschluss geben.
Der Absturz erfolgte im Endanflug aus geringer Höhe nach einer kurzen Drehung mit anschliessendem Aufschlag, Nase voran, in den Schnee. Dieser Crash-Verlauf lässt auf einen plötzlichen Strömungsabriss unmittelbar vor der Landung schliessen. Wenn es so geschehen war, könnte diese wahrscheinliche Notlandung hangaufwärts eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen eindrücklichen Theorieunterricht, mit dem uns ein Fluglehrer über das Verhalten bei Notlandungen in Berggebieten instruierte. Eine reguläre Landung in ebenem Gelände geschieht aus dem Endteil (final) heraus im richtigen Winkel und mit korrekter Geschwindigkeit bis zum geplanten Aufsetzpunkt. Hinter der Schwelle verflacht sich der Anflug durch leichtes Ziehen am Steuerknüppel in unmittelbarer Bodennähe bis zum Aufsetzen.
Eine Landung hangaufwärts erfordert ein anderes Vorgehen: Würde man wie im Flachland anfliegen und der Täuschung erliegen, den Anflug bereits langsam hangaufwärts zu verflachen, käme es zu einem rasanten Geschwindigkeitsabbau mit Strömungsabriss und folgendem Absturz aus geringer Höhe. Bei einer Hangaufwärts-Landung muss daher mit normaler Geschwindigkeit horizontal fast gegen den Hang geflogen werden. Kurz vor dem Geländekontakt nimmt man die Nase des Fliegers durch konsequentes Ziehen des Steuerknüppels hoch, worauf die Fahrt rasant abgebaut wird, das Flugzeug aufsetzt und auf kürzester Distanz ausrollt.
Es ist wohl klar, dass der in Arosa verunglückte erfahrene Gletscherpilot mit diesem Verfahren bestens vertraut war. Ob er jedoch auf Grund noch unbekannter Ursachen - eventuell stressbelastet - bei einer überstürzten Notlandung auch so handeln konnte, bleibt bis zum Abschluss der Unfalluntersuchung Spekulation.
Dateianhänge
zlin_savage_cub-1024x681.jpg
Ultralight Savage (Symbolbild)
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