Fliegerhorst Lechfeld

Rund um die Flugplätze und Flughäfen in Deutschland

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swisseagle
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Fliegerhorst Lechfeld

Beitragvon swisseagle » 16.10.2020 22:36

Etwa in der Mitte zwischen den Städten Augsburg und Landsberg am Lech liegt - unmittelbar an der Bahnstrecke - der Fliegerhorst Lechfeld. Anfang der Sechzigerjahre war dort ein Jagdbombergeschwader der Bundesluftwaffe mit F-84 Jets stationiert. An den Wochenenden wurden auch auf diesem Platz, wie in Landsberg-Penzing, die Segelflieger aktiv. Heute herrscht auf diesem Fliegerhorst - soweit ich orientiert bin - tote Hose.
Auf Einladung der Lechfelder Fliegerkameraden konnte ich wenige Male am dortigen Flugbetrieb teilnehmen. Mit einem meiner heimischen Kameraden verfrachteten wir unseren Vereinsflieger, ein einsitziges "Grunau Baby III", auf den Transportanhänger und fuhren voller Tatendrang Richtung Lechfeld. Dort luden wir den Segler ab und rüsteten ihn flugbereit auf. Bald darauf konnten wir an der Winde starten und uns mit den neuen Platzverhältnissen vertraut machen.
Trotzdem keine nennenswerten Thermikflüge möglich waren, hatten wir doch grossen Spass an den ausgedehnten Platzrunden über dem weiten Gelände des Militärflugplatzes. Ganz speziell waren die Landeanflüge: In Reih und Glied stand eine grosse Anzahl der F-84 Jagdbomber auf ihren Parkpositionen. Unsere Endanflüge führten exakt in etwa zehn Metern Höhe über die abgestellten Flugzeuge. Das sorgte jedes Mal für einigen Nervenkitzel. Hätten wir den Anflug nur um wenige Meter verpatzt, wären einige der Düsenflieger mindestens ihrer Seitenleitwerke beraubt worden. Das nachfolgende Trara wagte man sich gar nicht vorzustellen. Aber alles lief glatt und nach Ende des Flugbetriebes verluden wir unser demontiertes "Baby" wieder auf den Hänger und fuhren bestens gelaunt nach Hause.
Bei weiteren Flügen mit unserem Einsitzer fiel mir auf, dass die Querrudersteuerung etwas schwergängig war. Damals machte man sich darüber keine grossen Gedanken - bis am Saisonende der Flieger in die Werkstatt zur Kontrolle und Wartung gebracht wurde. Dort stellte sich heraus, dass ein Draht-Steuerseil von seiner Führungsrolle gesprungen war und bereits den tragenden Holm eines Flügels fast zu einem Drittel angesägt hatte. Ein wahrer Horror, der mir noch lange Zeit eine Gänsehaut bescherte. Bei der Steigflugbelastung an der Schleppwinde hätte sich eines Tages die ganze Tragfläche verabschieden können. "Schwein gehabt", stellte unser Fluglehrer fest und sprach uns seine Glückwünsche zu unserem zweiten Geburtstag aus.... :o


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