english only - endlich vom Tisch

Rund um die Flugplätze und Flughäfen in der Schweiz

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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english only - endlich vom Tisch

Beitragvon swisseagle » 12.09.2019 19:55

Laut Medienberichten hat der Schweizer Nationalrat soeben beschlossen, dass das für Segelflieger und übrige Freizeitpiloten auch bei VFR-Flügen, also im Sichtflugverkehr, neu eingeführte obligatorische "english only" im Funksprechverkehr eine inakzeptable Schikane darstellt und daher zu sistieren sei. Da diese Regelung nach wie vor weder in der französischsprachigen noch in der italienischsprachigen Schweiz praktiziert wird, ist der english-only-Funksprechverkehr auch in der deutschsprachigen Schweiz wieder - wie gewohnt - in der Landessprache, also in deutscher Sprache, zulässig.
Bei allem Verständnis dafür, dass ein internationaler Verkehrsflughafen den Funkkontakt mit der Flugsicherung aus Sicherheitsgründen in englischer Sprache erfordert, war die Ausdehnung dieser Verpflichtung auf die gesamte deutschschweizer Sport- und Freizeitfliegerei unnötiger Humbug.
Anfang der Sechzigerjahre erwarb ich als Segelflieger bei der Flugsicherung des Flughafens Köln-Bonn das Funksprechzeugnis
in deutscher Sprache. Mit dieser Berechtigung flog ich rund zehn Jahre problemlos auf dem Flughafen Köln-Bonn, in ständigem Funkkontakt mit den englisch und deutsch funkenden Controllern. Im Mischverkehr mit Verkehrsflugzeugen, militärischem und geschäftlichem Flugverkehr funktionierte das so einwandfrei und problemlos, dass unserer Fluggruppe sogar der Flugsicherheitspreis der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.
Nach dem Erwerb der Schweizer Fluglizenz für Segelflieger, plus Erweiterung für Reisemotorsegler (TMG) in den Siebzigerjahren, wurde meine deutsche Flugfunkberechtigung ohne weiteres in die Schweizer Fluglizenz übernommen.
Ich höre oft den Funksprechverkehr auf der Frequenz des Fluginformationsdienstes Zürich mit. Obwohl mit diesem Dienst auch in deutscher Sprache kommuniziert werden kann, ist nicht selten ein sehr holperiges und unverständliches Englisch von ungeübten Privatpiloten zu vernehmen, was der Sicherheit wohl erheblich weniger dienlich ist als ein Funkverkehr in der gewohnten Landessprache. Da rede ich lieber so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Dem Schweizer Nationalrat sei deshalb für seine Entscheidung und den damit bewiesenen gesunden Menschenverstand gedankt.



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