Im Tiefflug gegen die Hochspannungsleitung

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swisseagle
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Im Tiefflug gegen die Hochspannungsleitung

Beitragvon swisseagle » 17.02.2020 16:47

Manchmal versteht man die Welt der Fliegerei nicht mehr, wenn man sich Flugunfälle und deren Ursachen vor Augen hält. Selbst sehr erfahrene Piloten tappen in Fallen, die selbst so manchen Flugschüler vor den Kopf stossen:
Ende September 2019 herrscht auf dem Sonderlandeplatz Dierdorf-Wienau (EDRW) in der Kölner Bucht einwandfreies Flugwetter.
Zwei Piloten beabsichtigen, mit einem offenen Tragschrauber vom Typ "Autogiro MTO Sport" einen Flug zum UL-Gelände Fettweiss bei Düren zu unternehmen. Auf dem Hinflug ist ein 49 Jahre alter Fluglehrer, der rund elftausend Flugstunden als Militärpilot auf dem Tornado-Jet sowie als Flugkapitän auf der zivilen Boeing 747 "Jumbo-Jet" in seinen Flugbüchern verzeichnet hat, Captain in Command. Auf dem Rückflug soll sein fünfzigjähriger Fliegerkamerad, langjähriger Segelflieger, an den Steuerknüppel. Letzterer besitzt seit vielen Jahren auch die PPL-Berechtigung und ist seit einigen Jahren als Luftsport-Geräteführer lizenziert. Ausserdem betätigt er sich seit einem Monat vor dem Unfall als UL-Fluglehrer-Assistent.
Der Hinflug verläuft problemlos. Auf dem Rückflug sitzt der 50 jährige Pilot am Steuer. Zeugen beobachten, wie der Tragschrauber im Tiefflug, entgegen den gesetzlichen Vorschriften über Mindestflughöhen, gegen 18.00 Uhr bei Oberlahr im Westerwald dem Wiedtal folgt und plötzlich gegen die Kabel einer Hochspannungsleitung prallt. Nach der Kollision stürzt das Fluggerät in den drunter liegenden Fluss. Beide Besatzungsmitglieder finden den Tod.
Die Hochspannungsleitung war aus der Anflugrichtung durch hohe Bäume verdeckt. Wäre die Mindestflughöhe jedoch eingehalten worden, hätte das Hindernis problemlos überflogen werden können. Fotos und Videos des 49 jährigen Piloten belegten, dass bereits auf dem Hinflug die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflughöhen teilweise massiv missachtet wurden.
Wenn man sich vor Augen hält, dass jedem Flugschüler während der Ausbildung bereits von den Fluglehrern gebetsmühlenartig die zwingende Regel, gesetzeskonforme und sichere Flughöhen einzuhalten, gepredigt wird, erscheint dieser völlig unnötige Crash noch unnötiger.
In der Schweiz, speziell in den Berggebieten, sind korrekte Flughöhen und genügende Abstände zum Gelände lebenswichtig.
Hochspannungsleitungen, Sendemasten, Bergbahnkabel oder landwirtschaftliche Transportkabel etc. werden immer wieder zu tödlichen Hindernissen. Aber auch hier git die alte und allgemein gültige Weisheit: "Wer nicht hören will, muss fühlen...."
Dateianhänge
AutoGyro-MTOsport2017-Web-026_709x473-ID17768-0c2bb77cc3f5d6adae9a8715723969c6.jpg
Tragschrauber (Symbolbild)
AutoGyro-MTOsport2017-Web-026_709x473-ID17768-0c2bb77cc3f5d6adae9a8715723969c6.jpg (121.9 KiB) 88 mal betrachtet



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