BZF1 Nürnberg 03/2022

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FlorianM
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BZF1 Nürnberg 03/2022

Beitragvon FlorianM » 24.03.2022 21:38

Flugstrecke Dresden Köln Bonn

Der Abflug wurde in englischer Sprache durchgeführt, der Anflug in deutscher Sprache.

Insgesamt war die Prüfung zum BZF1 in Nürnberg sehr fair und gut machbar. Der Prüfer war pragmatisch, fair aber genau.
Während der Prüfung gab es direktes Feedback in Form von positiver Bestätigung oder auch Feedback im Falle von Fehlern.

Die Englischen Texte waren die bekannten Textstellen aus der AIP. Die Anforderungen an die Übersetzung waren angemessen. Wert wurde auf ein inhaltliches Verständnis gelegt. Eine Übersetzung Wort für Wort wurde nicht gefordert. Während der Prüfung war der Wind zurückzulesen. Einleitungsanrufe sollten wie im echten Verkehr stattfinden. D.h. nach Übergabe von Ground zur Tower geht der Strip weiter und man meldet sich direkt mit beispielsweise:

Dresden Tower, D-XGYL abflugbereit am Rollhalt Piste 25.

Besonderheit:
- Keine Angabe vom Rollhalt: Der Lotse weiß an welchem Rollhalt man steht.
- Kein Einleitungsanruf: Dresden Tower D-XGYL

Zügige Kommunikanten, beschränkt auf das Wesentliche. Überraschenderweise wollte der Prüfer auch kein WILKO hören. Das wurde aber explizit so angekündigt.

Rollen
ATIS sollten wir uns ausdenken. Es wurde keine Vorgelesen oder vorgespielt.
Nach dem Einleitungsanruf gab es direkt die Information, dass Sonder VFR zu erwarten ist. Wichtig war an dieser Stelle das "Affirm" bei der Frage "Ready to copy SVFR Clearance?". Danach gab es die Sonder VFR Freigabe die nicht spektakulär war. Steigen auf Höhe x, nach erreichen drehen auf Steuerkurs y melden von überfliegen z.
Nach korrektem Zurücklesen gab es noch QNH und Sqwak und die Windinformationen. Nach einem zweiten Rücklesen erfolgte die Rollfreigabe. Diese wurde mir aber nicht bis zum Holdigpoint gewährt. Stattdessen sollte Ich an einer Intersection warten, bis der Lotse zurückruft. Dies passierte auch unaufgefordert. Natürlich mit der Frage wo ich denn aktuell bin. Nach korrekter Antwort sollte das Rollen fortgesetzt werden und der Frequenzwechsel erfolgte zum Tower.

Abflug
Abflug war entsprechend der Sonder VFR Freigabe. Nach Melden von Überflug Z wurde einmal der aktuelle Steuerkurs abgefragt. Hier erlaubte ich mir einen Fehler aufgrund eines Zahlendrehers in meinen Notizen.
Der Prüfer fragte nach mit: "Bestätigen Sie Steuerkurs 230". Darauf hin habe ich den korrekten Steuerkurs "320" gemeldet und das Thema war erledigt. Im Endeffekt also wie im echten Leben. Beim Melden des Pflichtmeldepunktes war ein "Request to leave Frequency" gewünscht. Der Prüfer gab hier noch den Tipp, dass im echten Leben auf die Phrase "Leaving Frequency is approved, Squawk VFR" normalerweise nur "Squawk VFR, Leaving Frequency" zurückgelesen wird. Das hatten wir anders gelernt. Thema Theorie <> Praxis.

Anflug
Zu Beginn des Anflug gab es nichts besonders erwähnenswertes. Einflug in die Kontrollzone wie üblich. Hier ist nur auf einen sauberen Einleitungsanruf zu achten. Danach zuhören und machen. Dabei im Kopf immer vor dem Flugzeug sein - kennt eure aktuelle Höhe und euren Steuerkurs und alles ist gut. Es folgte das übliche Spiel. Einflug in die Platzrunde. "Verlängern Sie Gegenanflug" etc...Überraschenderweise gab es die Anweisung zum Durchstarten und melden einer Höhe nach dem Go Around. Nachdem diese Gemeldet wurde, gab es ein Direct To "Pflichtmeldepunkt". Nach melden des Pflichmeldepunkts innerhalb der Kontrollzone gab es ein Direct Final und die Prüfung war erledigt.


Zusammenfassung:
Die Prüfung hatte mehr Stil von echtem Funken als von Phrasendreschen und Fehlersuchen. Funksprüche sollten kurz und knapp mit allen wichtigen Informationen gehalten werden. Ziel muss wie in der Praxis sein die Frequenz nicht unnötig lange zu blockieren. Kleinere Fehler wurden weitestgehend übergangen. Gröbere Schnitzer wurden angesprochen. Dem Prüfer war auch bewusst, dass man etwas nervös ist und dementsprechend wurde auch geprüft.

Die Atmosphäre war angenehm und man kann wirklich nichts negatives sagen. Die Prüfung war auf einem realistischen praxisnahen Niveau ohne unnötig verkünstelt kompliziert zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass hier FÜR uns Piloten gearbeitet wird und nicht dagegen. Das empfand ich als äußerst angenehm. Von der Bundesnetzagentur hört man hier ja manchmal anderes...

Danke an alle für die gute Vorbereitung! Danke Fluglehrerteam!



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