Fieseler Storch Fi 156 - das ultimative STOL-Flugzeug

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swisseagle
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Fieseler Storch Fi 156 - das ultimative STOL-Flugzeug

Beitragvon swisseagle » 04.06.2022 16:07

Der Fieseler Storch (Fi 156) war das ultimative STOL-Flugzeug der Dreissiger- und Vierzigerjahre und beeindruckt bis heute durch seine überragenden Langsamflug-Eigenschaften. Der Erstflug fand im April 1936 statt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Schulterdecker mit seinem langbeinigen Fahrwerk - das ihm zum Beinamen "Storch" verhalf - als Kurier- und Verbindungsflugzeug - eingesetzt. Der Fi 156 fand, mit vergrösserter Kabine, auch als unverzichtbares Sanitätsflugzeug Verwendung, das durch seine extremen Kurzstart- und Landeeigenschaften Verwundete auch unter schwierigsten Gegebenheiten von den Gefechtsfeldern bergen konnte.
Starre Vorflügel an den Vorderkanten der Tragflächen und gross dimensionierte Landeklappen wirkten so stark auftriebserhöhend, dass bei Gegenwind Startstrecken von unter 50 m und Landestrecken von 20 m erreicht wurden. Bei stärkerem Gegenwind konnte der Fieseler Storch sogar stationär in der Luft stehen bleiben oder sogar rückwärts fliegen. Der legendäre General-Feldmarschall Erwin Rommel nutzte dieses Flugzeug auch persönlich für die Beobachtung gegnerischer Truppenbewegungen. Die grosszügig rundum verglaste Kabine des "Storches" bot hierzu hervorragende Sichtbedingungen.
Während des Afrikafeldzuges Anfang der Vierzigerjahre in Nordafrika rettete dieses Flugzeug sogar meinem Vater das Leben.
Sein Panzer wurde zwischen Tobruk und Tripolis bei einem Kampfeinsatz in der Wüste von englischen Jagdbombern angegriffen und mit Bordkanonen beschossen. Die Besatzung verliess fluchtartig das Fahrzeug und warf sich flach in den Sand. Eine Granate aus den Bordwaffen traf meinen Vater in den Oberschenkel, explodierte jedoch zu Glück nicht und trat am Unterschenkel wieder aus. Trotzdem war es eine sehr schwerwiegende Verwundung. Nach einer notfallmässigen Behandlung in einem Feldlazarett wurde ein Fieseler Storch angefordert, der auf einer kleinen Behelfs-Sandpiste landete und den Patienten in ein grösseres Lazarett nach Tripolis flog. Nicht nur dadurch konnte mein Vater ohne weitere Verwundungen den Krieg überleben.
Auch kurz nach Kriegsende schrieb ein Fieseler Storch der Schweizer Flugwaffe Rettungs-Geschichte, als er Besatzung und Passagiere einer vom Kurs abgekommenen und auf dem Schweizer Gauli-Gletscher bruchgelandeten C-47 "Dakota" der US-Luftwaffe mit mehreren hoch riskanten Einsätzen zu Tal brachte.
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Fieseler Storch (Symbolbild)


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