Fliegerische Philosophien

Hier geht es um das Thema Segelflugzeuge alle Typen und Muster

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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Fliegerische Philosophien

Beitragvon swisseagle » 22.12.2018 17:26

Fliegen hat viele Philosophien: Die einen wollen geschäftlich einfach schnell von A nach B gelangen, andere das erlebnisreiche Reisen mit dem Kleinflugzeug ins Ausland geniessen und wiederum andere als Kunstflieger wie wild gewordene Hummeln am Himmel herumturnen. Dann gibt es eine Klientel, die sich in harten Wettbewerben mit ihren Konkurrenten messen und dann nach Möglichkeit mit einer Siegertrophäe auf dem Podest stehen möchte.

Ich wollte und will von alledem nichts. Fliegen bedeutet mir ausschliesslich nur Vergnügen und Erbauung - Fliegen um des Fliegens willen. Und das soll so unkompliziert und sicher wie möglich sein.
So empfinde ich bereits die Flugvorbereitungen als prickelndes Erlebnis, wie den Flieger aus dem Hangar zu ziehen, das Betanken des Motorseglers, den Rundumcheck und später dann das Abarbeiten der Checkliste nach dem Anschnallen. Die Checkliste ist mir heilig. Ab und zu habe ich mich schon dabei ertappt, beim Losfahren mit dem Auto das obligatorische Licht nicht eingeschaltet und das erst etwas später bemerkt zu haben. Vor jedem Start und während des Fluges sind weitaus mehr Punkte zu beachten, die man nicht übersehen sollte.

Spannend wird es, wenn der Motor zum Leben erwacht und der Prop Frischluft ins Cockpit schaufelt. Auch das Rollen zum Start in Erwartung eines Fluges bei schönem Wetter bedeutet einen Vorgeschmack auf das nachfolgende Erlebnis: Die Beschleunigung beim Vorschieben des Leistungshebels, das Abheben und dann der Steigflug zu einem Flug über das Voralpengebiet oder ins Hochgebirge. Die Freiheit des VFR-Fliegens, also nach Sicht, wenn man beliebig einen See umrunden oder über einsame Alpweiden gleiten und dieses oder jenes interessante Objekt aus der Nähe von oben betrachten kann. Ein Highlight sind die Ausflüge zu anderen kleinen Flugplätzen, die meist mitten in der Natur liegen und auf denen Hektik oft ein Fremdwort ist. Dort sind gewöhnlich urgemütliche Flugplatzterrassen anzutreffen, auf denen man relaxt einen Kaffee oder einen Fruchtsaft geniessen kann, sich einen Imbiss bestellt, um anschliessend wieder den Rückflug anzutreten.

Der Landeanflug und die Landung selbst sind die Krönung jedes Fluges. Ist die Platzrunde richtig angesetzt bzw. eingeteilt, stimmen Höhe, Geschwindigkeit plus Anflugwinkel und setzt der Flieger weich und sauber ausgetrimmt auf, durchströmt das wohlige Gefühl den rundum zufriedenen Piloteur, es wieder einmal perfekt geschafft zu haben.

Das nachfolgende, ausklingende Bierchen, möglichst in der Abensonne des Heimatflugplatzes, lässt dann nochmals das Erlebte wie einen Film Revue passieren. Fliegen ist ein Virus, der wohl unheilbar ist, wenn man einmal von ihm befallen wurde.
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