Facetten des Segelfluges........

Hier geht es um das Thema Segelflugzeuge alle Typen und Muster

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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Facetten des Segelfluges........

Beitragvon swisseagle » 19.01.2019 11:51

Der Segelflug hatte mich bereits in früher Jugend magisch angezogen und fasziniert. Noch als Schüler pilgerte ich an den Wochenenden jeweils in einem langen Fussmarsch zu unserem Segelflugplatz ausserhalb der Stadt, nahe von jenem süddeutschen Militärflugplatz, auf dem ich Jahre später selbst mit der Segelflugausbildung beginnen durfte.
Mit Begeisterung beobachtete ich die Starts an der Schleppwinde, die Landungen der Segelflugzeuge und das lautlose Kreisen der Segler in der Thermik.

Eines Tages war ich wieder als Zuschauer auf dem Platz, diesmal nicht am Start sondern neben der Schleppwinde. Der Verein hatte sich ein brandneues Schulflugzeug, einen blau- beigen doppelsitzigen Schulterdecker vom Typ "Möwe" angeschafft, bei dem die Sitze von Schüler und Lehrer nicht hintereinander, wie üblich, sondern nebeneinander angeordnet waren. Das war für die Schulung sehr vorteilhaft. Eine Telefonverbindung zwischen Start und Winde gab es Mitte der Fünfzigerjahre noch kaum. Wenn das Segelflugzeug startbereit war, wurde eine Tragfläche vom Starhelfer angehoben; ein anderer schwenkte eine grosse runde Kelle über dem Kopf, um dem Windenfahrer die Startbereitschaft anzuzeigen. Neben der Winde wiederholte ein Starthelfer dann diese Signale synchron.

Etwa eintausend Meter von mir entfernt bewegten sich die Tragflächen der "Möwe" in die Waagerechte und ein Starthelfer schwenkte seine grosse runde Kelle. Der Windenfahrer startete den Motor und begann mit dem Anschleppen. Das Segelflugzeug hob ab und stieg steil in den Himmel. In etwa hundert Metern Höhe scherte es langsam aber stetig zur Seite aus, neigte sich nach unten und stürzte senkrecht ab. Wir waren fast starr vor Entsetzen und rannten oder fuhren dann in Panik Richtung Start. Was man dort sah, war bedrückend. Ein wirrer Haufen Holz und Leinwand lag da auf der Wiese. Das einzig Gute am Bösen - kein Personenschaden, denn das Flugzeug war unbesetzt. Nach dem Einklinken des Schleppseiles verliess der Pilot ausserplanmässig kurz das Cockpit, um vor dem Start noch etwas zu erledigen. Das war weder dem Starthelfer noch den anderen Kameraden aufgefallen und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Dieses traurige Erlebnis hinderte mich jedoch nicht daran, bald darauf als Passagier mit Begeisterung in ein Segelflugzeug zu steigen. Ein Familienbesuch bei einer Oma, die in der Nähe des bekannten Segelfluggeländes Hahnweide bei Kirchheim Teck lebte, spendierte mir diesen ersten Flug. Zwanzig D-Mark, für einen auf ein schmales Taschengeld angewiesenen Schüler ein fast fürstliches Geschenk, ermöglichte mir damals diesen ersten Flug. Der Oma sei posthum nochmals Dank dafür.
Dateianhänge
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Startklar zum ersten Segelflug
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Mit Krawatte im Segler - nicht artgerecht...….
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