Nachlese zum Thema Föhn

Hier geht es um das Thema Segelflugzeuge alle Typen und Muster

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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Nachlese zum Thema Föhn

Beitragvon swisseagle » 06.02.2019 23:16

Nachdem ich einmal in Föhnturbulenzen furchtbar durchgeschüttelt wurde, sollte das Thema Föhn um den Wellensegelflug in positivem Sinne erweitert bzw. ergänzt werden. Föhnströmungen über der Alpenkette zeigen sich oft durch ausgedehnte linsenförmige Wolkengebilde in grosser Höhe. Warme feuchte Luft steigt auf der Luvseite an den Bergen empor, kühlt ab und regnet aus. Die starke Höhenströmung erzeugt ein linsenförmiges Wolkengebilde, das aus winzigen Eispartikeln besteht und wie eine Wasserwelle über einem Stein im Fluss auf der Stelle über den Gipfeln verharrt.
Im Lee der Berge fällt die Luft dann mit hoher Geschwindigkeit in die Gebirgstäler hinab und bildet starke Luftwirbel, die sogenannten Rotoren. Diese Rotoren können sehr gefährlich werden und die Steuerbarkeit eines Flugzeuges verunmöglichen oder im schlimmsten Fall sogar die Belastungsgrenzen der Flugzeugstruktur überschreiten.

Segelflieger nutzen seit jeher die Chancen von Föhnwetterlagen für zum Teil extreme Höhenflüge auf tausende von Metern, die nur mit künstlichem Sauerstoff und ensprechend isolierender Kleidung gegen die sibirische Kälte in grossen Flughöhen möglich sind. Um den extremen Leeturbulenzen zu entgehen, werden die Segelflugzeuge von Schleppflugzeugen über die Berggipfel unter die linsenförmigen Leewellen gezogen und dort ausgeklinkt. Sie fliegen dann mit der gleichen Geschwindigkeit der Höhenströmung gegen diese an und steigen stationär und völlig ruhig in der Welle auf extreme Höhen, zum Teil auf über 10'000 Meter. Wenn z.B. die Höhenströmung eine Geschwindigkeit von 100 km/h erreicht, fliegt das Segelflugzeug mit der gleichen Geschwindigkeit turbulenzfrei dagegen an und steigt so ohne horizontale Bewegung über Grund wie ein Aufzug in immer grössere Höhen.

Beim Abstieg aus der gewonnenen Flughöhe können mit den guten Gleitzahlen der Segler grosse Distanzen zurückgelegt und die Landung weit entfernt von den Luftwirbeln der Rotoren im Lee der Gebirgszüge erfolgen.
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Leewelle (Symbolbild)
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