Der Schweizer Luftraum - stark frequentiert

Hier geht es um das Thema Segelflugzeuge alle Typen und Muster

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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Der Schweizer Luftraum - stark frequentiert

Beitragvon swisseagle » 11.02.2019 20:47

Seit unsere Super-Dimona und der Scheibe Rotax-Falke mit Transponder und Flarm ausgerüstet sind, ist es mir bedeutend wohler als zu früheren Zeiten, als diese Ausrüstung noch nicht vorhanden war. Mit dem Transponder bin ich mit Position, Höhe, Immatrikulation und Kurs für das Sekundär-Radar der Flugsicherung sichtbar; das Flarm schützt weitgehend davor, dass man anderen Luftfahrzeugen zu nahe kommt. Trotzdem darf die visuelle Luftraumüberwachung nie vernachlässigt werden.

Der Luftraum in der Schweiz ist stark frequentiert bzw. reglementiert. Daher ist peinlich darauf zu achten, dass man nicht ins Fettnäpfchen tritt - heisst - dass man keine Luftraumverletzungen begeht. Im Grossraum Zürich gibt es die Kontrollzone des Flughafens und die TMA's, in die ohne Freigabe durch ATC nicht eingeflogen werden darf. Die Kontrollzone Zürich II um den Militärflugplatz Dübendorf ist zeitweise aktiv. Dann sind an Wochentagen noch die Kontrollzonen sowie die An- und Abflugsektoren diverser Militärflugplätze aktiv. Nicht genug damit: Für vorwiegend militärische Uebungen sind bestimmte Gebiete zeitweise aktiv, in die nicht eingeflogen werden darf.

Eine grosse Hilfe ist die tägliche DABS-Karte (Daily Aerospace Bulletin Switzerland), die über Internet aufgerufen und dann ausgedruckt werden kann. Dort sind fast alle Aktivitäten im Schweizer Luftraum aktuell aufgeführt, die zu beachten sind. Weitere Informationen können per NOTAM, ebenfalls über Internet, abgerufen werden. Der Fluginformationsdienst (Zürich-Info) bietet eine zusätzliche Hilfe, wenn man eine Auskunft wünscht oder ein Problem hat. Die Controller dort sind stets freundlich und hilfsbereit. Wobei das Prinzip gilt: Wie man hineinruft in den Wald, so das Echo widerhallt...…

Früher war es wesentlich riskanter als heute. Deshalb flog ich fast ausschliesslich an den Wochenenden, wenn die Militärflieger in ihren Boxen standen. Kampfflugzeuge der Typen Venom, Vampire, Hawker Hunter oder Mirage sowie Turbotrainer PC 7 fegten oft im Tiefflug kreuz und quer durch die Gegend. So erlebte ich einmal an einem Wochentag bei einem Ueberlandflug mit dem Motorsegler, dass plötzlich auf meiner linken Seite ein Venom-Militärjet hochschoss, sich so nahe über mir auf den Rücken drehte, dass ich die Abgase flimmern sah und nahe meiner rechten Tragfläche wieder nach unten schoss. Auf dem Scheitelpunkt dieses Manövers winkte mir der Pilot, auf dem Rücken fliegend, auch noch zu...…….

Noch viel haariger war das damalige Erlebnis eines Segelfliegers im Raum Grenchen. Er wurde von einem Mirage-Kampfflugzeug gerammt. Die Tragfläche der Mirage schnitt wie ein Messer den Rumpf des Seglers im Durchmesser von dreissig cm genau zur Hälfte durch. Der Pilot des Segelflugzeuges hatte ein geradezu unglaubliches Glück - er konnte sicher landen. Auch die Mirage kehrte ohne Schwierigkeiten zu ihrer Basis zurück.

Inzwischen haben die elektronische Ausrüstung auch der Kleinflugzeuge sowie die verfügbaren Informationsmittel grosse Fortschritte gemacht, so dass man sich auch ohne gesträubte Nackenhaare praktisch jeden Tag in die Luft wagen kann...... :roll:
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Venom (Symbolbild)
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