LAPL - Massgeschneidert für Sportflieger

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swisseagle
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LAPL - Massgeschneidert für Sportflieger

Beitragvon swisseagle » 29.10.2019 13:41

Seit einigen Jahren fliege ich mit der lebenslänglich gültigen Schweizer LAPL-S Lizenz mit Erweiterung für Tourenmotorsegler (TMG) inklusive der aus meinem deutschen Schein übernommenen Flugfunkberechtigung. Kürzlich war ich wieder zwei Stunden mit dem TMG Super-Dimona bei herrlichem Frühherbstwetter in weiten Teilen der Schweiz und des Voralpenlandes unterwegs. Die LAPL-Lizenz ist schon ein grosser Fortschritt im Vergleich zur früher erforderlichen bürokratischen Prozedur bei der Verlängerung von Fluglizenzen. Kein nerviger Formularkram, keine Stempel und Bestätigungen mehr - ein Nachweis der Flugstunden, der Starts und Landungen im Flugbuch und das in regelmässigen Abständen erforderliche o.k. des Fliegerarztes genügen für das Vergnügen im Cockpit. Hinzu kommt der jährliche Checkflug mit Fluglehrer, bei dem auch die Pflicht mit der Kür verbunden werden kann. Eine unkomplizierte und bedürfnisgerechte Lizenz für den VFR Sport- und Erlebnisflieger.
Eine weitere enorme Erleichterung: Mit der europaweit gültigen Berechtigung sind auch Fliegerferien in ganz Europa mit dem Chartern eines Fliegers im Ausland kein Problem bezüglich Scheinanerkennungen etc. mehr.
Wenn ich den finanziellen Aufwand für meine Hobbyfliegerei von meinem 19. bis in rund zwei Jahren 80. Lebensjahr zusammenrechne, komme ich alles in allem auf etwas mehr als CHF 100'000 (Fremdwährungen inklusive). Auf den ersten Blick ein stolzer Betrag, bei näherem Hinsehen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, wenn ich die jahrzehntelange Freude am Fliegen, die unzähligen berauschenden Flugerlebnisse, die Freiheit und Unabhängigkeit der fliegerischen Betätigung diesem Betrag gegenüberstelle.
Unser Gesellschaft denkt fast nur noch in materiellen Dimensionen. Ausufernder Konsum ist zum goldenen Kalb geworden.
Eine qualitativ sehr hochstehende Freizeitbetätigung, wie sie die Fliegerei stets beinhaltet hatte und auch gegenwärtig uneingeschränkt beinhaltet, wird heute oft als Zeit- und Geldverschwendung oder Umweltfrevel dargestellt. Dabei übersieht man geflissentlich, dass jene, die mit PS-starken Boliden und röhrenden Auspuffen lautstark herumrasen, ihre Karossen in steter Regelmässigkeit zu Schrott fahren oder mit den fast panzergrossen sogenannten SUV's im 500 Meter entfernten Einkaufscenter aufkreuzen, das wesentlich grössere Uebel sind.

Was mich auch immer wieder konsterniert, ist das oft unsägliche finanzielle Engagement, das angehende junge Berufspiloten für ihre Ausbildung eingehen müssen. Für eine entsprechenden Ausbildung, ebenfalls ca. CHF 100'000 teuer, müssen die jungen Leute zum Teil Kredite aufnehmen, die, wenn sie alle Prüfungen bestehen und das Privileg erhalten, von einer Airline angestellt zu werden, von ihrem Lohn in jahrelangen Raten, mindestens zu einem erheblichen Teil, zurück bezahlen müssen.

Ich arbeite - trotz meinem fortgeschrittenen Alter - immer noch gerne teilzeit-selbständig - im beratenden Bereich (Finanzen/Steuern). So verdiene ich mit einer Tätigkeit, die nur wenige gerne ausüben, die Mittel, mit der ich dann jene Freizeitbetätigung subventioniere, die sehr viele gerne (bezahlt) ausüben möchten, damit aber sehr oft nicht zum Zuge kommen.



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