Schneller - mit Verstellpropeller......

Hier geht es um das Thema Sportflugzeuge aller Typen der E-Klasse

Moderator: aerotimmi

swisseagle
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Schneller - mit Verstellpropeller......

Beitragvon swisseagle » 31.10.2019 14:44

Das Thema Verstellpropeller war anfangs für mich schon ein wenig gehirnschmalzbedürftig. Ladedruck - Ansaugdruck - Drehzahl - Propellersteigungen - Wirkungsgrade etc. etc. Viele Jahre flog ist die Scheibe SF 25 B und C Falken. Diese Reisemotosegler besitzen einen Festpropeller, der auf gute Steigfähigkeiten optimiert ist. Auch beim gegenwärtigen Falken mit wassergekühltem Rotax-Motor ist das nicht anders. Wenn man nach dem Start und Steigflug die Reisehöhe erreicht hat und Geschwindigkeit aufbaut, muss man einfach darauf achten, dass die Drehzahl immer im grünen Bereich bleibt. Bei der Landung nimmt man das Gas weg und der im Leerlauf drehende Propeller verursacht sogar eine Bremswirkung. Ist ein Durchstart erforderlich, Gas rein und weg.
Nach der Einweisung auf die HK 36 Spornrad-Dimona wurde es schon ein wenig komplizierter, aber nicht sehr: Mit einem Griff konnte man drei Propellerverstellungen manuell vornehmen: Startstellung mit geringer Propellersteigung und hoher Drehzahl, Reisestellung mit reduzierter Drehzahl und grösserer Steigung für höhere Geschwindigkeiten sowie Segelstellung für den Gleitflug mit abgeschaltetem Motor. In der zuletzt genannten Variante wurden die Vorderkanten der Propellerblätter in Flugrichtung gedreht und boten so minimalen Luftwiderstand.
Seit der Umschulung auf die Super-Dimona läuft es wieder etwas anders. Beim Start muss sich der kleine Hebel auf der Mittelkonsole für die Propellerverstellung zusammen mit dem Gashebel und jenem der Vergaservorwärmung am vorderen Anschlag befinden. Hohe Drehzahl mit kleiner Propellersteigung. Nach dem Start Leistung zurück in den grünen Bereich und Steigen bis zum Uebergang in den Reiseflug. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird der Propeller auf grössere Steigung gestellt und der Ladedruck mit der Drehzahl in Einklang gebracht. Nach einiger Uebung hört und fühlt man auch am Motorlauf, ob alles optimal eingestellt ist.
Beim Landeanflug ist es wichtig, den Hebel für die Propellerverstellung rechtzeitig wieder ganz nach vorne auf Startstellung zu schieben. Dann steht für ein eventuell notwendiges Durchstartmanöver die Startdrehzahl mit entsprechender Leistung sofort zur Verfügung.
Im Prinzip kann man die Propellerverstellung mit der Gangschaltung eines Autos vergleichen. Die kleinste Steigung des Propellers entspricht in etwa dem ersten Gang im Auto. Hohe Drehzahl mit optimaler Kraftentfaltung. Die grösseren Steigungen der Propellerblätter entsprechen dann den höheren Gängen im Auto mit kleinerem Kraftaufwand aber höherer Geschwindigkeit.
Wichtig ist, dass der Motor nie mit viel Gas, grosser Propellersteigung und kleiner Drehzahl gequält wird. Das kann ihn ebenso ruinieren wie einen Automotor, den man immer wieder im vierten Gang einen Berg hinauf treibt. :idea:



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