Antoine de Saint Exupéry - sein letzter Flug

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swisseagle
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Antoine de Saint Exupéry - sein letzter Flug

Beitragvon swisseagle » 25.02.2020 16:24

Kürzlich geriet mir "Nachtflug", eines der literarischen Werke des berühmten Autors, Berufs- und Militärpiloten Antoine de Saint Exupéry (1900 - 1944) in die Hände, der u.a. das weltbekannte Buch "der kleine Prinz" geschrieben hatte. "Nachtflug" beschreibt in Romanform, aber auf der Grundlage eigener Erlebnisse des Autors, den schwierigen und gefährlichen Aufbau eines Nacht-Luftpost- und Frachtnetzes in Südamerika (Argentinien). Da die Eisenbahnen und Schiffe, die auch nachts fahren konnten, eine scharfe Konkurrenz zum sich entwickelnden Luftverkehr darstellten, mussten sich die jungen Fluggesellschaften überlegen, wie sie dieser Konkurrenz begegnen konnten. Und daher entschied man sich, Post und Fracht auch nachts schnell und möglichst verlässlich über grössere Strecken zu befördern. Technische Unzulänglichkeiten, navigatorische und meteorologische Probleme, wirtschaftliche Zwänge und so manches mehr, verlangten von den damaligen Piloten zum Teil riskante Einsätze, die viele von ihnen mit ihrem Leben bezahlten.
Antoine de Saint Exupéry war einer dieser Piloten. Nach vergeblichen Versuchen, sich für eine Pilotenausbildung zu qualifizieren, finanzierte er diese selbst und flog in der zweiten Hälfte der Zwanzigerjahre als Berufspilot die Strecke Toulouse - Casablanca und dann Casablanca - Dakar. 1927-1828 amtete er 18 Monate lang als Stationsleiter auf dem Zwischenlandeplatz Tarfaya in der spanischen Kolonie Spanisch Marokko, wo sich Hasen und Füchse gute Nacht sagten, wenn es denn überhaupt solche dort gab.
Um 1930 dann der Wechsel nach Argentinien, um den Aufbau eines Nachtluftpost- und Frachtnetzes aufzubauen. Anschliessend kehrte Saint Exupéry wieder nach Westafrika zurück, um dort erneut fliegerische Aktivitäten zu entfalten.
In den Dreissigerjahren unternahm Saint Exupéry Langstrecken-Rekordversuche (Paris-Saigon) und New-York - Feuerland (Südargentinien) die mit einer Bruchlandung und einem Absturz endeten. Der Pilot wurde dabei einmal schwer verletzt und musste lange gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen.
Trotzdem folgte nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges der Einzug zur Luftwaffe als Ausbilder für Militärpiloten. Nach einem Aufenthalt in Algerien, das seinerzeit von anglo-amerikanischen Truppen kontrolliert wurde, fand Saint Exupéry als Luftwaffenpilot Verwendung und wurde nach einer Bruchlandung sowie wegen seiner früheren Verletzungen ausgemustert.
Aufgrund seiner Berühmtheit als Autor gelang es Saint Exupéry jedoch, in den Flugdienst eines Aufklärungsgeschwaders zurückzukehren. Sein letzter Flug fand am Morgen des 31. Juli 1944 vom amerikanisch besetzten Flugplatz Bastia in Korsika Richtung Grenoble (Südfrankreich) statt. In einem zweimotorigen Höhenaufklärer Lockheed F-5, der Aufklärerversion des Jagbombers P 38 "Lightning" startete Saint Exupéry zu seiner mehrstündigen Mission. Beim Rückflug wollte es sich ohne entsprechenden Flugauftrag für eine weitere Verwendung qualifizieren und flog über Marseille, um auch dort noch Luftaufnahmen über von deutschen Truppen besetztem Gebiet aufzunehmen. Als der Aufklärer anschliessend zu seinem Stützpunkt nach Korsika zurückkehren wollte, entdeckte ihn der Pilot eines deutschen Abfangjägers vom Typ Messerschmitt Bf 109. Die Feuerstösse des Jägers liessen die Lightning brennend ins Mittelmeer abstürzen, wo sie Jahrzehnte lang verschollen blieb.
Erst 1998 entdeckte ein Marseiller Fischer, der seine Netze entleerte, ein Glitzern zwischen seinem Fang. Er fand ein silbernes Armband mit der Gravur, die auf den lange verschollenen Antoine de Saint Exupéry hinwies. Später wurde auch das Wrack der Maschine auf dem Grund es Mittelmeeres entdeckt und gehoben. Anhand einer Seriennummer konnte die Maschine als jene identifiziert werden, die beim Rückflug von ihrer Aufklärungsmission abgeschossen wurde. Das tragische Schicksal des berühmten Autors war damit nach Jahrzehnten voller Rätsel geklärt.
Man muss weder frömmeln, an Wunder oder paranormale Vorgänge glauben. Dass jedoch ein Fischer nach Jahrzehnten ausgerechnet das silberne Armband und nicht nur eines der vielen Wrackteile der verschollenen Lightning Saint Exupéry's zwischen dem Fang in seinem Netz findet, mutet doch unheimlich an und verführt zum Grübeln. Gibt es neben dem, was wir mit unseren Sinnen erfassen können, doch noch Dinge, die jenseits unserer diesseitigen Grenzen liegen...….. :?:
Dateianhänge
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Saint de Exypéry auf militärischer Mission (Symbolbild)
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Fund eines Fischers: Silberarmband (Symbolbild)
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Saint de Exypéry beim Start (Symbolbild)
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